Classical Chaos
Improvisation hat in der klassischen Musik mittlerweile an Bedeutung verloren, dabei war es doch für alle großen Komponist*innen noch völlig selbstverständlich, frei „zu fantasieren“. Ein Klavierabend mit der klassischen Pianistin Lotta-Sophie Harder und dem Jazzpianisten Béla Meinberg macht sowohl Komposition als auch Improvisation erlebbar und zeigt, wie nah das eine dem anderen sein kann. Die Stücke verschmelzen förmlich zu einem großen Gesamtwerk, und eine Reise von unterschiedlichen Stimmungen entsteht!
Grieg und Gershwin
In diesem Programm werden neben freien Improvisationen und Stücken von Béla Meinberg auch Werke von Edvard Grieg und George Gershwin zu hören sein. Gershwin und Grieg komponierten viele eingängige und unvergessliche Melodien, die bis heute populär sind. Während Grieg sich in seinen Werken norwegischer Volksmelodien bediente, ist bei Gershwin der Einfluss des amerikanischen Jazz zu finden. Die auskomponierten Werke Gershwins werden in diesem Programm mit seinen Broadway-Klassikern zusammengebracht. Durch die unterschiedlichen musikalischen Ausbildungen der beiden Pianist*innen ist es möglich, beide Seiten von Gershwins Schaffen authentisch darzustellen. Die Werke der Komponisten Grieg und Gershwin zeigen, dass Musik eine universelle Sprache ist, die Menschen verschiedener Kulturen und Hintergründe verbindet.
Foto Credit: David Beecroft
Frauen lieben und leben!
Duo Harder/Jacob
Frauen lieben und leben!: Das ist der Name des Programms des neu entstandenen Duos Harder/Jacob. Dieses besteht aus der Pianistin Lotta-Sophie Harder und der Sopranistin Marie Sofie Jacob.
Das Liedprogramm „Frauen lieben und leben!” hat seinen Dreh- und Angelpunkt im Zyklus von Robert Schumann „Frauenliebe und -leben“ mit Texten von Adelbert von Chamisso. Er beschreibt den Lebensweg einer Frau von der ersten Liebe über Hochzeit, Familiengrünung und letztendlich den Tod des besungenen Ehemanns. In diesem Programm wird der Zyklus jedoch aus seinem ursprünglichen Rahmen gehoben und aufgebrochen. In den entstandenen Lücken finden Lieder von Amy Beach, Clara Schumann, Emily Dickinson, Nadia Boulanger und vielen anderen Komponistinnen ihren Platz.
Es ist der Versuch, die Perspektiven auf das Leben dieser Frau zu erweitern und dem oft gesungenen Zyklus poetische und musikalische Impulse von Frauen zu verleihen, die ihn noch tiefer erlebbar machen, aber auch herausfordern in seiner Erzählung. Warum ist das Leben dieser Frau vorbei, sobald ihr Mann stirbt? Ist es wirklich für alle das größte Glück auf der Welt schwanger zu sein und eine Familie zu gründen? Wollen wir überhaupt noch heiraten? Gibt es nur eine große Liebe im Leben?
Indem wir weitere Lieder in den Ablauf des Zyklus eingewebt haben, machen wir ihn zu einem Teil eines Frauenlebens und hebeln dabei die Behauptung aus, das gesamte Lieben und Leben abzubilden. Es mischt sich Altes mit Neuem, Bekanntes mit noch Unbekanntem und so entsteht Fortschritt. Dies ist ein wichtiges Programm, wenn wir in unserer pluralistischen Gesellschaft als moderne, feministische Frauen diese Musik weiter machen möchten. Ein meisterhaft komponierter Zyklus wie „Frauenliebe und -leben“ wird immer weniger musiziert und könnte vollständig in der Mottenkiste landen, weil es sich für die meisten immer mehr anfühlt, als würden wir ein Museum besuchen, dass eine Zeit ausstellt, die längst vergangen ist und deren Weltbild wir in vielen Punkten nicht mehr teilen. Mit dem Programm „Frauen lieben und leben!“ wird dieses Museum wieder mit Leben gefüllt und sorgt auch für eine Vielzahl von Neuentdeckungen.
Foto Credit: Janine Guldener (links), Felix Ziebarth (rechts)